Tätigkeitsbericht über die Verwendung der gesammelten Spenden in Projekten in Kambodscha und Indien 2008/09

Dies ist eine kurze Darstellung der Ergebnisse, die Lotus Outreach e.V. − im Folgenden LO − im Jahre 2008 und im ersten Halbjahr 2009 mithilfe großzügiger Spender erzielt hat. Nach wie vor sind wir eine kleine Organisation. Die erhaltenen Spenden werden mit minimalsten Verwaltungsaufwand an die von uns ausgewählten Projekte weitergegeben. Besonderen Wert legen wir auf die Seriosität der Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten. So haben wir uns an zwei vertrauenswürdige Organisationen in Kambodscha und Indien gebunden, die auschließlich lokal arbeiten und Sprache, Kultur sowie die Infrastruktur der Gemeinschaften bestens kennen.

 

Projekte

1. LO hat sich im September 2008 mit US$ 10.000 (7,095,44 € einschließlich Bankkosten des Transfers) an dem SMART-Projekt (Safe Migration and Reduction of Trafficking – Sichere Migration und Reduzierung von Menschenhandel) des CWCC (Cambodian Women‘s Crisis Center) im Zeitraum zwischen dem 1. September 2008 und dem 30. Juni 2009 beteiligt.

Das Projekt wird in Poipet, Kambodscha, nahe der thailändischen Grenze durchgeführt. In der direkten Umgebung Poipets befinden sich entlang der Grenze mindestens sieben inoffizielle und daher unkontrollierte Grenzübertritte. Junge Frauen, Kinder aus ärmlichen Verhältnissen und Straßenkinder werden hier von Schleppern mit falschen Arbeitsangeboten über die Grenze gelockt, häufig jedoch auch betäubt und entführt − oder aber von ihren armen Eltern für einen geringen Betrag direkt verkauft. Poipet ist als Brennpunkt des Menschenhandels berüchtigt. Ein Grund für die Gefährdung von Kinder und jungen Frauen resultiert aus deren Unwissenheit über den Menschenhandel und den Sex- und Sklavenhandel in und zwischen Kambodscha und Thailand.


Das CWCC setzt sich mit seinem von uns unterstützten SMART-Projekt für die Aufklärung und den Schutz dieser Menschen ein. Im Gebiet um Poipet ist ein Fahrzeug der Organisation unterwegs, in dem zwei ausgebildete und mit der Situation vertraute Personen Kinder und junge Frauen in Empfang nehmen und gegebenenfalls zu einer schützenden Unterkunft in Kambodscha bringen.


Aufklärung ist der andere Bereich, in dem hier gearbeitet wird: Junge Frauen, Kinder und Jugendliche aus ärmlichen Verhältnissen werden, ehe sie ihre angestammte Umgebung verlassen, um sich außerhalb Kambodschas eine Arbeit zu suchen, über die Gefahren des Menschenhandels und die Tricks, die hierbei angewandt werden und die Bedingungen, denen sie als Opfer dieses Menschenhandels ausgesetzt sein könnten, unterrichtet. Es wird ihnen gezeigt, wie sie im Notfall von Regierungsstellen und Hilfsorganisationen Unterstützung erhalten können. Ein Netzwerk von 300 freiwilligen Helfern widmet sich dieser Aufklärungsarbeit; dabei werden auch Schriften mit Informationen und Hinweisen auf Rechtsberatung und -unterstützung verteilt.

 

2. Anfang des Jahres 2009 hat sich LO an den Gesamtkosten des LEARN-Program (Lotus Education as a Right Network) des WLCT (White Lotus Charitable Trust) von rund US$ 25.000 für das Jahr 2009 mit einem Zuschuss von 7,500 € (rd. US$ 10.000) beteiligt.

Indien hat die höchste Kinderarbeitsquote weltweit. Zeitgleich wird immer wieder festgestellt, dass trotz Schulpflicht nicht alle Kinder zur Schule gehen, da viele ihre Familien finanziell unterstützen. UNICEF benennt den Grund für die hohe Anzahl arbeitender Kinder als eine Mischung aus Armut, Diskriminierung, sozialer Exklusion sowie armer Erziehung und stellt fest, dass 90 Prozent der arbeitenden Kinder aus ländlichen Gebieten stammen.

LEARN widmet sich solchen Kindern im indischen Bundesstaat Haryana:
Das Lotus-Education-as-a-Right-Network-Programm begann im August 2007 mit einer Untersuchung in drei Distrikten des Staates Haryana, einem kleinen indischen Bundesstaat im Norden Indiens, im Osten angrenzend an das Unionsterritorium Delhi. In jedem Distrikt wurden zwischen 20 und 30 Schulen aufgesucht. Von Lehrern und Ortsansässigen wurden Informationen zu Infrastruktur und Güte des Schulunterrichts eingeholt und gefragt, ob die staatlichen Programme ordnungsgemäß umgesetzt wurden. Dabei wurde festgestellt, dass viele Eltern aus bäuerlichen Siedlungen ihre Kinder von der Schule fernhalten. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten der Eltern selbst keine Schule besuchen konnten, wird der Wert einer Schulbildung von ihnen nicht erkannt. Insbesondere Mädchen werden hier benachteiligt. Zudem wurde festgestellt, dass die für das Schulgeld bestimmten Gelder auf Verwaltungsseite zweckentfremdet wurden.

Um diesen Missständen entgegenzuwirken, organisierten die Verantwortlichen von LEARN Versammlungen der Lehrer und Eltern in den Gemeinden, um auf diese Schwierigkeiten aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wurden Anstrengungen unternommen, dem durch die Verfassung garantierten Recht auf Schulbildung auf einer strukturellen Ebene zum Durchbruch zu verhelfen, und zwar durch Kontrolle und Beaufsichtigung der Lehrer, Schulbehörden und Regierungsvertreter. Ziel ist, die Zweckentfremdung von staatlichen, für Erziehungszwecke im Haushaltsplan ausgewiesenen Geldern zu vermindern. Letztlich soll die gesamte Qualität von Erziehung und Schulen im Zielgebiet verbessert werden.

Als Erfolg kann LEARN verbuchen, dass Indiens National Commission for Protection of Child Rights im März dieses Jahres in Zusammenarbeit mit LEARN eine öffentliche Anhörung durchführte, um herauszufinden, mit welchen Problemen die Schulen in einem bestimmten Distrikt von Haryana zu kämpfen haben. Es besteht die Hoffnung, dass die Empfehlungen dieser Kommission umgesetzt werden.

Aufgrund der erfolgreichen Arbeit und der Erfolge von LEARN in Haryana verkündete die Kinderhilfsorganisation UNICEF in Neu Delhi vor kurzem, in Zusammenarbeit mit LEARN ein Handbuch für die dörflichen Gemeinschaften herauszugeben, das sich mit der Frage beschäftigt, wie die schulischen Aufgaben entsprechend der Richtlinien der Regierung zu erfüllen sind.

 

3. Schließlich hat LO das Buddha-Smiles-Non-Formal-Education-Programm des WLCT (White Lotus Charitable Trust) mit einem Betrag von 2,632 € (Ind. Rs. 171.000) alleine finanziert.

Das Programm förderte während des Jahres 2009 in drei Distrikten von Tamil Nadu, einem südlichen Bundesstaat Indiens, annähernd 275 Kinder aus Familien analphabetischer Weber und Steinbrucharbeiter. Während zu Beginn drei Distrikte gefördert wurden (Mewat, Rewari, Sonipat), konzentriert sich das Projekt mittlerweile auf den Distrikt Mewat.

Tamil Nadu verfügt über eine hohe Arbeitslosenrate; ein großer Anteil der Bevölkerung ist in Steinbrüchen tätig. Gesundheitsversorgung und soziale Fürsorge sind kaum vorhanden, ebenso sind Infrastrukturen für Wasser und Elektrizität schlecht. Der Schulzugang für Kinder dieses Bundesstaates ist fast unmöglich. Das Buddha-Smiles-Programm hilft diesen Kindern. Die Förderung der Kinder bezieht sich auf dringend notwendige außerschulische Nachhilfe und Unterstützung bei den Hausaufgaben: Ausgebildete Lehrer, die als freiwillige Helfer arbeiten, besuchen die Kinder und unterrichten sie. Zusätzlich zu Basisunterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen werden die Kinder in weiteren Fertigkeiten unterstützt − beispielsweise lernen sie, kritisch zu denken und Konflikte zu lösen und erwerben so ein stabiles Selbstwertgefühl. Unter anderem an Beispielen Mahatma Gandhis und Martin Luther Kings werden Menschen- und Bürgerrechte vermittelt. So wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, den Teufelskreis aus Analphabetismus, Kastenvoreingenommenheit, Armut und sozialer Unfreiheit zu durchbrechen, in dem ihre Eltern gefangen sind, seit sie vor 25 bis 30 Jahren in diese Gebiete umgesiedelt wurden.

Vor allem will das Programm bei den Kindern und den ungebildeten Erwachsenen das Verständnis für den Wert einer Erziehung entwickeln. Dies soll den unterprivilegierten Kindern eine soziale Perspektive geben und die kaum vorhandene vertikale soziale Mobilität begünstigen.

 

Ausländische Partner

Unsere ausländischen Partnerorganisationen wurden nach sorgfältiger Prüfung − auch vor Ort − ausgewählt:

Das Cambodian Women‘s Crisis Center (CWCC Kambodschanisches Krisenzentrum für Frauen) ist eine im Jahre 1997 von einer kleinen Gruppe Frauen gegründete lokale, regierungsunabhängige, karitative und unpolitische Organisation mit Sitz in Phnom Penh, Kambodscha.

Gründerin und Leiterin des CWCC ist Oung Chanthol, 2001 Preisträgerin des Ramon Magsaysay Awards im Bereich „Emergent Leadership“ und Mitglied des Forum of Young Global Leaders in der Kategorie „Societal“. Neben Lotus Outreach unterstützen namhafte Organisationen wie UNICEF und Terre des Hommes das CWCC.

Das Anliegen des CWCC ist es, jegliche Art von Gewalt gegenüber Frauen und vor allem Kindern zu beseitigen, indem Hilfe und Aufklärung für die Opfer von geschlechtsbezogenem Missbrauch und für ihre Kinder geboten werden. Dazu gehören neben Unterschlupfgewährung, sozialer Beratung, medizinischer Unterstützung, Unterricht im Lesen und Schreiben und beruflicher Schulung auch der Erwerb von Lebenskompetenz und Gemeinschaftsbewusstsein sowie rechtliche Vertretung, Überwachung, Heimführung und Wiedereingliederung von Frauen und Mädchen, die Menschenhandel zum Opfer gefallen sind. Gewährung von Stipendien für arme Mädchen sowie letztlich das Organisieren und Vernetzen mit anderen regierungsunabhängigen Organisationen (NGOs) und Regierungsministerien und vor allem der Einsatz zur Beseitigung aller Formen der Gewalt liegen ebenfalls im Tätigkeitsbereich des CWCC.

Weiterhin arbeitet Lotus Outreach e.V. mit dem WLCT zusammen. White Lotus Charitable − Registered − Trust ist eine in Delhi/Indien im Jahre 2000 registrierte gemeinnützige Stiftung. Ihre Ziele sind es, mit den sozioökonomisch schwächeren Teilen der Gesellschaft und mit einem besonderen Augenmerk auf Frauen und Kinder unabhängig von deren  Kastenzugehörigkeit, Bildung und Religion zu arbeiten. Angestrebt ist, die soziale wie wirtschaftliche Entwicklung des Einzelnen, der Familie und der Gemeinschaft durch verschiedene Einwirkungen zu fördern, um den Wert und Standard des jeweiligen Lebens zu heben.

 

Unser Status

Der Verein ist aufgrund der Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung sowie der Studentenhilfe (§ 52 Abs.2 Satz 1 Nr.07 der Abgabenordnung − AO − ) und der Entwicklungszusammenarbeit (§ 52 Abs.2 Satz 1 Nr. 15 AO) nach dem endgültigen Freistellungsbescheid des Finanzamtes Frankfurt am Main III, StNr. 45 250 5923 3, vom 02. April 2008 nicht nur für sein erstes Geschäftsjahr, das Kalenderjahr 2007, sondern nach dem Freistellungsbescheid desselben Finanzamts vom 22.August 2011 auch für die Kalenderjahre 2008 bis 2010  nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreit worden.

Der Verein war und ist deshalb berechtigt, Zuwendungsbestätigungen für Spenden und Mitgliedsbeiträge auszustellen.

Spenden an Lotus Outreach e.V. sind deshalb einkommensteuerbegünstigt.